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Kienstubbenverein aus Groß Lindow

Unser Slogan: Gut Brand

Mit einer Schnur oder einer Stange wird um diesen Mittelpunkt herum ein Kreis gezogen und zur
Abgrenzung des Meilers ein niedriger Erdwall, der so genannte ,,Stübberand'', angehäufelt.
Dann werden parallel zueinander immer zwei Stücken Buchenholz im Wechsel aufgestapelt,
so entsteht ein viereckiger Schacht, der so genannte ,,Quandelschacht''.
Dieser muss so hoch wie der Meiler sein.


Eine neue Variante in Groß Lindow hat sich bewährt, der Quandelschacht auf Holzrollen, dadurch
wird eine noch bessere Durchlüftung des Meilers von unten gewährleistet.

Der Quandelschacht wird dann mit leicht brennbaren Material gefüllt, das zum Anzünden des Meilers
dient. Danach erfolgt das Setzen des Holzes von innen nach außen mit leichter Schräge gegen den
Quandelschacht.

Dabei werden in der Mitte erst die schwächeren, dann die stärksten und nach außen wieder
schwächere Holzstücke angesetzt.

Alle Holzstücke werden mit dem stärkeren Ende auf den Boden und mit leichter Schräge
zum Quandelschacht hin aufgestellt.

So verbreitet sich schließlich die Basis, und der Meiler bekommt seine kegelförmige Figur
mit einem seitlichen Neigungswinkel von etwa 50 bis 60 Grad. Diese Form des hölzernen Kegels
verhindert, dass die äußere Abdeckung des Meilers später abrutscht.
Auf die erste wird in der gleichen Weise noch eine zweite Schicht aufgesetzt.

Die dritte Schicht wird so angelegt, dass eine flach- kegelförmige Wölbung des Meilers,
die ,,Haube'' oder ,,Hube'', entsteht.


Zum Schluss folgt das Ausschmälen oder Ausschlichten, dazu werden außen alle Lücken mit
kürzeren Knüppeln oder dünnen Scheiten ausgefüllt, um den Meiler dicht zu machen.

Danach wird das aufgestapelte Holz mit Heu abgedeckt, bevor zum Abschluß Erde darüber verbreitet wird.

Je nachdem, ob der Meiler von oben oder von unten angezündet werden soll wird der
Quandelschacht mit Rasenplaggen überdeckt oder offen gelassen. Soll der Meiler von
unten her in Brand gesetzt werden, so muss am Boden ein Zündkanal vom Außenrand bis zum
Quandelschacht offen bleiben, durch den die Zündstange hindurch geschoben werden kann.
Zur Herstellung des Zündkanals bedient man sich eines Holzscheits oder Richtstocks.
In Groß Lindow wurde der Meiler bisher immer von oben gezündet.

Für die Größe des Meilers sind oft örtliche Traditionen maßgebend gewesen. Die Entfernung
für die Herbeischaffung des Holzes oder die Geländeform können ebenso eine Rolle spielen.
Ein Meiler von sechs Metern Durchmesser und zweieinhalb Meter Höhe fast ein Volumen
von rund 30 bis 35 Raummetern Kohlholz. Je nach der örtlich verfügbaren Holzmenge und der
Größe des Platzes können die Meilerhaufen kleiner, aber auch wesentlich größer sein.


Als Kohlholz werden unterschiedliche Sortimente verwendet. Stärkeres Stammholz
ab 20/25 Zentimeter Stärke wird in handliche Stücke geschnitten und zu Scheitholz gespalten.

Schwächere Bäume und Astholz lassen sich als Rundholz verarbeiten. Um eine möglichst
gleichmäßige Verkohlung zu erreichen, sollte entweder nur stärkeres Scheit - und
Rundholz oder nur schwächeres Rund - und Astholz zusammen verkohlt werden.
Das Kohlholz muss im Übrigen, wenn es im Winter eingeschlagen wurde, einige Monate
getrocknet sein. Die beste Kohlequalität ergibt Holz, das in Haufen aufgesetzt und
mindestens ein Jahr abgelagert ist.

In der Regel wurde es früher im Harz gleich nach der Aufarbeitung mit Pferdekraft auf Wagen
oder Schlitten oder von Hand auf Schubkarren vom Schlag zum Meilerplatz transportiert und
dort in großen Schichtholzbänken aufgestapelt.

Je stärker die Holzstücke gekrümmt sind, umso schwieriger ist der Aufbau des Meilerhaufens.
Die große Kunst des Köhlers besteht darin, die Holzstücke so dicht wie möglich aneinander
zu packen und die durch Krümmungen entstandenen Lücken mit kürzeren Holzstücken aufzufüllen.
Denn es kommt darauf an, möglichst wenig Luft zwischen den einzelnen Scheiten oder Knüppeln
zu lassen. Je kompakter das Holz zusammensteht, umso gleichmäßiger geschieht das Durchglühen
und umso weniger besteht die Gefahr, dass sich im Meiler wegen zu starker Durchlüftung offenes
Feuer entwickelt. Schließlich ist die Wahl der Holzart von Bedeutung. Die Hölzer verschiedener
Baumarten haben nach Härte und Gewicht unterschiedliche Eigenschaften, die sich auch beim
Verkohlungs- prozess auswirken. Es empfiehlt sich darum, jeweils nur das Holz von einer Baumart
zusammen zu verkohlen oder ein Gemisch von Holzarten, die in ihren Eigenschaften zueinander passen.
Also entweder eine Kombination von Hartholz (Buche,Eiche, Esche,Rüster) oder Weichlaubholz
(Weide, Eberesche, Pappel, Linde) oder Nadelholz (Fichte, Kiefer), nicht aber Buche und Fichte
zusammen. Fichte lässt sich nur mit Pappel und Weide gut kombinieren. Gut passen auch Birke,
Erle und Bergahorn zusammen und ergeben eine Kohle von gleicher Qualität. Wird dieser Grundsatz
nicht beachtet, kann es passieren, dass am Ende eine Holzart geraDE optimal verkohlt ist,
während die andere bereits zu Asche zerfällt.
In Groß Lindow wird daher nur Buchenholz verwendet, so kann man sicher sein,
nur Qualitätsholzkohle zu ernten.

Text: ,,Die Kunst der schwarzen Gesellen'' von Albrecht v. Kortzfleisch (geändert)