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Kienstubbenverein aus Groß Lindow

Unser Slogan: Gut Brand

 

Wenn der Kohlungsplatz weit entfernt von natürlichen Gewässern lag,
gehörte im 19. und 20. Jahrhundert stets ein fahrbares Wasserfass zu den
unentbehrlichen Requisiten eines Kohlplatzes. Am besten eignet sich lockerer
Waldboden, wie er fast überall in den Wäldern des Harzes, am häufigsten an Hängen
und auf den Bergkuppen oder Hochebenen, vorkommt.

Das Herrichten der Kohlplatte ist der erste Arbeitsgang des Köhlers und bildet
die Voraussetzung für den Aufbau des Meilers. Sofern ein Standort in hängigem
Gelände gewählt wurde, waren zunächst viele Kubikmeter Boden zu bewegen.
Auf der Bergseite musste man Boden abtragen und auf der Talseite anschütten,
sodass schließlich eine ebene runde Terrasse von mindestens acht bis zehn
Metern Durchmesser entstand.

 

Bei einer Neuanlage eines Meilerplatzes im Bergland war das also der aufwendigste
Teil der Vorbereitung, er erforderte drei bis vier Tage angestrengter Arbeit.
In vergangenden Zeiten haben die Köhler dieselben Meilerstellen oft über viele
Jahrzehnte mehrfach benutzt, da sich hier der Boden in idealer Verfassung befand.
Nach mindestens zweimaliger Benutzung war dort genügend ,,Kohlenstübbe'' vorhanden,
jene ideale Mischung von Erde und Holzkohleresten (Kohlenstaub und -grus),
die man zum Abdecken des Meilers oder zum Abdichten von Löchern braucht.

Vor allem konnten sich die Köhler die mühevollen Erdarbeiten ersparen,
wenn sie die alten Meilerplätze wieder verwendeten.
Auf der Kohlstätte selbst werden Steine, Wurzeln, sowie Laub entfernt. Die Köhler
sprachen früher vom ,,Abschinden'' und vom ,,Ausstreichen'' des Meilerplatzes.
Das Erdreich wird zum Mittelpunkt der Kohlplatte etwas angehäuft, damit eine leichte
uhrglasförmige Wölbung, der so genannte ,,Anlauf'', entsteht.
Zum Zentrum hin soll der Boden um etwa 10 bis 30 Zentimeter ansteigen.
Dadurch stehen die Holzstücke beim Setzen nur mit der Kante auf und
gewährleisten ein besseres Verkohlen der untersten Schicht. Außerdem können die
beim Kohlungsprozess entstehenden Flüssigkeiten nach außen hin abfließen,
ohne dass im Innern ein Sumpf entsteht. Die Herrichtung des Platzes erfordert
etwa einen halben Tag Arbeit.

 

Text: ,,Die Kunst der schwarzen Gesellen'' von Albrecht v. Kortzfleisch